Rechtsextremer Fackelmarsch nach Tag des offenen Thinghauses


 Am Sonntag, 26.10.2014, besuchten ca. 220 Neonazis, darunter viele Kinder, den „Tag des offenen Thinghauses“ in Grevesmühlen.fackelmarsch_gvm_26-10-14 Obwohl diese Veranstaltung seit 02.10.2014 bekannt ist, gab es wie schon bei vergangenen Veranstaltungen keinen zivilgesellschaftlichen Protest. 120 Neonazis konnten ungestört mit Fackeln durch die Stadt Grevesmühlen ziehen.


Ab 14:00 reisten Teilnehmer aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen an. Unter ihnen waren auch viele Anwohner Grevesmühlens, die mit ihren Kindern einen Sonntagsspaziergang zum Thinghaus unternahmen. Die Polizei kontrollierte die Personalien der Anreisenden.

Nach Einbruch der Dunkelheit formierten sich gegen 18:00 ca. 120 Neonazis auf dem Hof des Thinghauses, um ein offensichtlich im Vorfeld angemeldeten Lampionumzug durchzuführen. Dieser entpuppte sich schnell als Fackelmarsch. „Von den angekündigten Kindern mit selbst gebastelten Lampions war nicht mehr viel zu sehen. Stattdessen marschierten Neonazis und deren Kinder mit Fackeln ungestört durch Grevesmühlen.“, so Lisa Krug, Sprecherin der AST.
Ganz vorne mit dabei waren der Kreistagsabgeordneter David Böttcher und der mehrfach vorbestrafte Sven Krüger. Eigens eingeteilte Ordner übernahmen Aufgaben, die eigentlich der Polizei zuzuschreiben sind, wie z.B. Verkehrsregelung und Schutz der Veranstaltung. Die 70 eingesetzten Beamten schauten dem Treiben der Neonazis nur fassungslos hinterher, als diese an Ihnen vorbei gingen,  und verrichteten weiterhin ihre Verkehrskontrollen am Grünen Weg. Lisa Krug berichtet: „Während der Aufzug in Formation durch den Stadtkern von Grevesmühlen marschierte, kontrollierten einige der eingesetzten Beamten lieber die Funktionsweise der Kaffeemaschine an einer der örtlichen Tankstelle oder lasen Zeitung in ihren Einsatzfahrzeugen.“
Nach einer Stunde kehrte der als Lampionumzug getarnte Fackelmarsch wieder zum Thinghaus zurück. Währenddessen kam es zu keinerlei polizeilichen Maßnahmen.

Letztendlich ist der Tag für die regionalen Nazistrukturen ein voller Erfolg. Dieses ist zustande gekommen durch ein Kollektivversagen der Zivilgesellschaft und staatlichen Behörden. Durch halbherziges Handeln und Ignoranz der Lokalpolitiker, konnten Nazis nahezu ungestört ihre national befreite Zone Grevesmühlen weiter festigen.


 

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