Presseinfo : Aktionen des Thinghaus – Bevorstehender Kneipenabend im Thinghaus


Bezugnehmend auf den Artikel „NPD-Abgeordenter soll Hass-CDs verkauft haben“ in der Grevesmühlener der Ostsee Zeitung vom 05.02.2015 schicken wir ihnen eine Presseinfo der vergangenen Veranstaltungen im Thinghaus, sowie unsere Einschätzung zur aktuellen Situation ums Thinghaus. Da sich unsere Recherche mit den vorgenanten Artikel sehr unterscheiden.

 

Was war ?

Schon zum Ende des vergangenen Jahres nahm die Veranstaltungsdichte im deutschlandweit bekanntem Neonazizentrum Thinghaus zu.
So organisierten Sie am 28.11.2014 einen „Geselligen Abend mit Rommeturnier“, zu dem ca. 40 Neonazis vorwiegend aus Nordwestmecklenburg und Wismar erschienen. Wie bei vielen im Vorfeld angekündigten Veranstaltungen im Thinghaus versuchte die Polizei mit Kontrollen Herr der Lage zu werden. Auf Facebook kommentiert das Thinghaus schon um 20.37 : „So freie Fahrt, Polizei ist abgerückt.“
An diesem Abend wurden die Kontrollen abgebaut, bevor alle Gäste angereist sind. (*1)
Eine weitere Veranstaltung fand am 06.12.2014 statt. Hier lud der „Freundeskreis Thinghaus“ konspirativ zu einer „Julfeier“ ein.
Die 60 Gäste, darunter viele Kinder, konnten anfänglich ohne Polizeipräsenz feiern. Lediglich die Abreise der Neonazis,
welche vorwiegend aus dem Westmecklenburger Raum kamen, wurde von einem Zivilfahrzeug der Polizei beobachtet.(*2)
Am Freitag, 09.01.2015, organisierte das Thinghaus in Grevesmühlen ihre erste öffentliche Veranstaltung im neuen Jahr.
Zu einem Kneipenabend luden sie ihre Gäste auf Facebook ein, bei der ca. 90 Neonazis aus ganz Norddeutschland erschienen.
Unter ihnen auch Gäste aus Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Hamburg. Der Großteil der Teilnehmer kam allerdings aus Westmecklenburg.
Auch diese Veranstaltung wurde nur anfänglich von der Polizei begleitet. Sie kontrollierten die Personalien der anreisenden Neonazis.
Gegen 23:00 Uhr wurde diese allerdings ohne ersichtlichen Grund abgebrochen. Zu dem Zeitpunkt war die Party noch voll im Gange.
Man hörte die Neonazis noch bis spät in die Nacht gröhlen und feiern. (*3)

Die meist in der Vergangenheit konspirativ beworbenen Veranstaltungen werden nun immer häufiger öffentlich angekündigt. Das bindet Polizeikräfte, was mit hohen Kosten verknüpft ist.

Eine neue Strategie der Neonazis?

Nach einem Großeinsatz der Polizei im Thinghaus bei der privaten Geburtstagsfeier Sven Krügers erbost sich auf dem rechten Internetportal „mupinfo“ der Leser „Tino“. „Tino“, bei dem es sich vermutlich um das NPD-Mitglied Tino Streif handelt, schreibt:
„Mit dieser Polizeiwillkür ist allmählich ein Zenit erreicht, der kein Verständnis mehr zulässt. … Wir jedenfalls machen weiter!
Wir stehen bis zuletzt. Das Thinghaus wird nicht preisgegeben.“(*4)
Danach wurden im Vorfeld zunehmend Veranstaltungen, wie der Kneipenabend oder dem Rommeeturnier, öffentlich beworben.
Die Polizeipräsenz hat mit steigender Häufigkeit abgenommen. Wo am Anfang noch die Bereitschaftspolizei aus Schwerin mit „Schwerem Gerät“ zum Einsatz kamen,wie bei der Geburtstagsfeier oder dem Tag des offenen Thinghauses, stehen nun Polizisten, die vermutlich nicht so häufig ihren Schreibtisch verlassen, und kontrollieren lediglich die Personalien der kommenden Gäste.

Was ist ?

Für den kommenden Freitag den 06.02.15 ruft das Thinghaus via Facebook zu eine „keine öffentliche Veranstaltung“ auf. Ab 20.00Uhr werden sich hier wieder vorwiegend Neonazis aus Wismar und Nordwestmecklenburg treffen. Nach dem letzten erfolgreichen Kneipenabend Anfang Januar 2015 schätzen wir das auch wieder Gäste aus Schleswig Holstein, Hamburg und restliches Mecklenburg Vorpommern anwesend sein werden.
Es bleibt abzuwarten, wie die Polizei sich diesmal verhält. Ob sie sich damit begnügt die Teilnehmer des Kneipenabends nur halbherzig kontrolliert und dann wieder viel zu früh abreist oder ob sie diesmal bis zum Schluss die Veranstaltung begleitet. (*5)

Was kommt?

Mit dem kommenden Umzug der Baden-Württembergische JN Aktivistin Isabel Zentarra in den Wismarer Raum zum 1. März 2015 zeigt,
dass die Struktur um das Thinghaus sowie die Region Nordwestmecklenburg immer attraktiver für rechtsextreme Nachwuchskader wird.
Die Vorsitzende des „JN-Stützpunkts“ Heilbron sowie Schatzmeisterin des NPD-Kreisverbands Heilbronn wird mit der in Wismar geborenen Faschistin Steffie Grahlmann eine WG aufmachen.(*6)

Was ist zu erwarten?

Es ist davon auszugehen, dass das Thinghaus, gestärkt durch die letzten Veranstaltungen,
jeden ersten Freitag im Monat öffentlich angekündigte Kneipenabende machen wird.
Zusätzlich wird auch dieses Jahr wieder konspirativ zu Bücherbasaren oder Vortragsveranstaltungen eingeladen werden.
Mit den organisieren von Konzerten im eigenen Haus begnügt sich das Team ums Thinghaus schon lange nicht mehr so schrieb der Liedermacher „Oiram“ via. Facebook : „Aber Hauptsächlich möchte ich mich bei den Kameraden von Thinghaus Support N.G.L. bedanken die das alles möglich gemacht haben es war echt ein Geiler Abend.“ Es ist unser Einschätzung nach nur noch eine Frage der Zeit bis Konzerte des Thinghaus unter konspirativer Einladung an einem anderen Ort in der Region durchführen werden.  (*7)

Es bleibt abzuwarten wie lange das Katz und Maus Spiel zwischen den Betreibern des Thinghauses und der Polizei noch weiter geht.
Eins ist jedenfalls jetzt schon sicher, für das laufende Jahr wird wieder mit monatlichen Veranstaltungen im Thinghaus zu rechnen sein.

*** AST – Recherche Gruppe Westmecklenburg ***

Quelle:
*1, *2, *3, *5, *7         Facebook
*4        Mupinfo
*6        https://linksunten.indymedia.org/de/node/133738

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