Bücherbörse im Thinghaus


Wie auch im vergangenen Jahr fand die 2. Norddeutsche Bücherbörthinghaus_briefkastense am Sonntag, den 01.03.2015, im Thinghaus statt. Die Veranstaltung lockte neben polizeilich bekannten Neonazis auch viele Anwohner_innen Grevesmühlens in den deutschlandweit bekannten Neonazitreff Thinghaus. Trotz der öffentlichen Bekanntmachung gab es keinerlei zivilgesellschaftlichen Protest.

Ab 11:00 Uhr reisten die ca. 100 Teilnehmer_innen aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holsteins, Niedersachsen und Brandenburg in das von der Polizei abgeriegelte Thinghaus an. Wie auch bei vergangenen Veranstaltungen führte die Polizei Personen- und Fahrzeugkontrollen durch. Dieses schreckte aber nicht Anwohner_innen des nahegelegenen Wohngebiets ab, die trotz schlechtem Wetter zu ihrem sonntäglichen Spaziergang ins Thinghaus abbogen.>

Neben den Verkauf von Büchern fand auch ein sogenannter Zeitzeugenvortrag statt. Hier erzählte Klaus Grotjahn, wie er in der „Waffen SS Division Nordland den Endkampf von Berlin“ erlebt. Hierzu las er u.a. aus seiner jüngst erschienen Biographie „Von der 8,8cm Flak zur SS-Division ‘Nordland’ – Im Endkampf um Berlin“ vor.
Auch dieses Jahr trugen wieder mehrere Personen kistenweise Bücher ins Thinghaus. Diese waren zuvor nur kurz augenscheinlich von den Beamten der Polizei kontrolliert wurden. Hier ist anzunehmen, dass auch strafrechtlich relevante Bücher durch die Kontrollen hätten geschleust werden können.

Die anreisenden Neonazis erschienen, wie auch bei ähnlichen Veranstaltungen in der Vergangenheit, mit Kindern und Kuchen.

Während in Grevesmühlen eher ein Sonntagnachmittag im familiären Kreis verbracht wurde, zog es die aktionsorientierten Neonazis zum MVgida-Aufmarsch nach Rostock. An diesem beteiligten sich ca. 15 Personen aus Nordwestmecklenburg.

Für den kommenden Freitag, 06.03.2015, lädt das Thinghaus unter den Slogan „Zeit für Überstunden“ wieder zu ihrem mittlerweile monatlich stattfindenden Kneipenabend ein.

Es ist damit zu rechnen, dass erneut um die 60 Personen aus dem Norddeutschen Raum anreisen werden. Außerdem ist zu erwarten, dass wieder Polizeikontrollen im entsprechenden Umfang stattfinden werden.

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