Träger des Ehrenrings der Hansestadt Wismar macht NPD-Mitglied salonfähig


Quelle: Facebook 16.06.2015

Quelle: Facebook 16.06.2015

Am 16.06.2015, fand das traditionelle Seniorentreffen der 70-jährigen in der St.Georgenkirche statt. Die Hansestadt Wismar lud in diesem Jahr den Jahrgang ’44/’45 zu Kaffee und Kuchen ein.Mit dabei war auch der NPD-Abgeordnete Rainer Schütt, der fröhlich mit anderer Lokalprominenz in die Kamera lächelt.

„Man trifft sich und kennt sich wie. von li. Jürgen Cremer Senator a.D.,Rainer Schütt MdBürgerschaft und Detlef Schmidt, die schon als Kind in den Ruinen der wieder aufgebauten St. Georgenkirche ihr Unwesen getrieben haben.“ Das schreibt der Autor und Heimatforscher Detlef Schmidt auf Facebook über den Seniorennachmittag in der St. Georgenkirche. Zu sehen ist er gemeinsam an einem Tisch mit dem ehemaligen Kultursenator Jürgen Cremer und dem für die NPD in der Bürgerschaft sitzende Rainer Schütt.
Rainer Schütt, in Wismar geboren, ist gelernter Diplom Ingenieur für Maschinenbau. Seit kurz nach der Wende bis Anfang der 2000er hat er in Schleswig-Holstein gelebt und war dort der NPD-Kreisvorsitzende von Lübeck und Ostholstein. 2005 trat er als Bundestagsdirektkandidat und 2006 als Direktkandidat zu den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern für die NPD in Nordwestmecklenburg und Wismar an. Nach den Wahlen herrschte vorerst Stille, bis er sich überraschenderweise zu den Kommunalwahlen 2014 erneut für die NPD aufstellen ließ. Seitdem vertritt er diese in der Bürgerschaft Wismar. Nachdem Janette Krüger, Frau des vorbestraften Sven Krügers, ihr Mandat nicht angenomme hatte und der nachgerückte NPDler Tino Streif ihr es nachtat , rückte Rainer Schütt im Juni 2014 als Ersatz in den Kreistag Nordwestmecklenburg nach.

In Kindheitserinnerungen schwelgen nun in vertrauter Weise die Herren Cremer und Schmidt gemeinsam mit Rainer Schütt beim Kaffeeklatsch in der St. Georgenkirche. Jedem steht das Recht zu ein unverfängliches Gespräch im privaten Raum vor zu nehmen. Allerdings wurde durch Schmidt, der Träger des Ehrenrings der Hansestadt Wismar und ehrenamtlicher Patientenfürsprecher im Sana Hanse-Klinikum Wismar ist, einem ideoligisch gefestigten Neonazi ein Podium geboten. So wurde nicht nur in den Beiträgen zu diesem Bild gänzlich verschwiegen, dass Schütt für die NPD in der Bürgerschaft sitzt, sondern auch durch ein Kommentar Schmitd’s: „… wir sitzen da als ehemalige Spielkameraden und da ist die Politik draußen!!!..“, die Tätigkeit von Rainer Schütt als NPD-Mandatsträger entpolitisiert. Spätestens damit wurde aus dem NPDler das harmlose, salonfähige Bürgerschaftsmitglied gemacht.

Da stellt sich doch die Frage, inwieweit Detlef Schmidt noch zu seiner Unterstützung der Resolution der Wismarer Kampagne „Neugierig. Tolerant. Weltoffen“ steht?

Die NPD ist die Partei der Neonazis. Gerade in einer Region wie Nordwestmecklenburg ist sie presenter denn je und bietet auch vor allem jungen Menschen die Möglichkeiten ihre menschenverachtende Ideologie zu festigen. Im deutschlandweit bekannten Neonazitreff Thinghaus befinden sich das NPD-Bürgerbüro und auch die Adresse des Kreisverbandes Nordwestmecklenburgs. Auch finden z.B. Schulungen der Jugendorganisationen der NPD, den Jungen Nationaldemokraten, statt.

Vielleicht mag Rainer Schütt früher ein unscheinbarer Spielgefährte im Sandkasten oder den Ruinen der zerbombten St.Georgenkirche gewesen sein. Jetzt ist er allerdings ein Neonazi mit gefestigten menschenverachtenden Weltbild und NPD-Mandatsträger. Eine NPD-Mitgliedschaft sollte öffentlich weder verschwiegen noch verharmlost werden.

Kommentare geschlossen