MVgida marschiert durch Sternberg


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Heute, 12.10.2015, marschierten rund 300 Neonazis durch Sternbergs kleiner Altstadt. Die Zivilgesellschaft zeigt Engagement vor Ort und meldete einen Laternenumzug an. Während einer Zwischenkundgebung sang ein Chor Friedenslieder und übertönte teilweise die Neonazis.

Freedom is coming

Kurz vor 19:00 Uhr strömten die eintreffenden Neonazis durch die dunklen engen Straßen der Sternberger Innenstadt, um auf ihre Auftaktkundgebung auf dem Marktplatz zu gelangen. Dort wurden sie mit wehenden Fahnen und der dröhnenden Stimme von NPD-Mitglied Andreas Theißen empfangen. Unter den Anwesenden fanden sich Neonazis aus ganz Mecklenburg. Auch wieder mit dabei war der mehrfach vorbestrafte Sven Krüger mit seiner Dorfgemeinschaft Jamel, der bereits am Samstag, 10.10.2015, den Neonazi-Aufmarsch in Wismar besuchte, Stefan Köster sowie der Güstrower NPD-Stadtvertreter Nils Matischent mit seinem Gefolge.
Während die Neonazis in ihren Redebeiträgen gegen die kommenden Refugees hetzten, sammelte sich eine große Gruppe Gegendemonstranten am gegenprotestMarktrand vor der Kirche. Mit Laternen machten sie sich auf dem Weg mit dem Ziel Ecke Finkenkamp/Am Berge, wo eine Zwischenkundgebung der Neonazis stattfinden sollte. Dort standen die rund 150 Bürger, sangen Friedenslieder und hielten Schilder für mehr Toleranz und Menschlichkeit in die Höhe. Für die Neonazis stellten sie nur das Feindbild der „Antifa“ dar und wurden mit  „Antifa verpisst euch!“ oder „Wir kriegen euch alle!“ bepöbelt. Sie ließen sich allerdings nicht von den Provokationen und Androhungen der Neonazis beirren und zeigten weiterhin offen ihren Unmut.

„Dies ist erst der Anfang“

Wie auch bei den vergangen MVgida-Aufmärschen übernahm Andreas Theißen wieder den Part des Redners. theissen
„Dies ist erst der Anfang! Wir müssen mehr werden! Wir müssen als Bewegung, als Organisation kreativer, aktiver werden!“, so Theißen in seiner Rede zur Zwischenkundgebung.
Wie kreativ und aktiv dieser Weg sein kann, zeigen die Ereignisse der letzten Nacht in Boizenburg. Wo vor rund drei Wochen noch der MVgida-Aufmarsch statt fand, gab es in der gestrigen Nacht einen Brandanschlag auf eine zukünftige Unterkunft von Refugees. Diese wurden für Donnerstag erwarten und sollten das frisch sanierte Fachwerkhaus beziehen. Das seit langem leer stehende Haus ist nun unbewohnbar geworden. Die Ermittler gehen mittlerweile von Brandstiftung aus. Auch in Trassenheide wurde am Sonntagmorgen ein Brandanschlag auf eine mögliche Refugee-Unterkunft verübt.
Schon jetzt sind die nächsten Neonazi-Veranstaltungen angekündigt. Am kommenden Samstag, 17.10.2015, will die Ortsgruppe des Dachverbandes „Deutschland wehrt sich“ erneut in Schwerin unter gleichbleibenden Motto „Gemeinsam für die Heimat“ marschieren. Für den gleichen Tag hat die AFD-Ortsgruppe in Rostock eine „Große Kundgebung“ angemeldet.  Auch der nächste MVgida-Aufmarsch ist für kommenden Montag, 19.10.2015, in Parchim angekündigt.

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