Vermutlich rechtsextremer Angriff an einer Notunterkunft für Refugees


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„Wismar wehrt sich“ Demonstration am 24.10.15 in Wismar

Am gestrigen Abend, den 31.10.2015, griffen ca. 20 vermummte sowie  teilweise mit Baseballschlägern und anderen Waffen ausgerüstete Personen die Notunterkunft für unregistrierte Refugees an. 
Dabei verletzten sie zwei aus Syrien kommende Männer so sehr, dass sie im Wismarer Krankenhaus behandelt werden mussten. 

Gegen 20:50 Uhr tauchten ca. 20 Angreifer vor der Notunterkunft  für unregistrierte Refugees im Wismarer Stadtteil Friedenshof auf. Sofort bedrängten und schlugen Sie auf die zwei Syrer ein, die sich vor der als Notunterkunft hergerichteten Sporthalle aufhielten.
Trotz sofort eingeleiteter Nahbereichsfandung von u.a. vier besetzten Fahrzeugen der Landesbereitschaftspolizei, die zur Tatzeit im Wismarer Raum unterwegs waren, konnten die 20 Täter unerkannt fliehen.

Erst die Hetze, dann die Angriffe !

Seit  Anfang September hatte die rechte Facebookgruppen „Wismar wehrt sich“ insgesamt sechs Demonstrationen, meist unter dem Motto „Gemeinsam für die Heimat“, in Wismar angemeldet. An den Demonstrationen beteiligten sich immer wieder Mitglieder der lokalen Kameradschaften, wie dem „Germanischem Bollwerk Mecklenburg, „Freien Kameradschaft Wismar“, der „Dorfgemeinschaft Jamel sowie Mitglieder des „Freundeskreis Thinghaus“. Inhaltlich wurden die Demonstrationen von der „verfehlten Asylpolitik” dominiert. Die Reden waren oft verschwörungstheoretisch, hetzerisch und völkisch nationalistisch ausgerichtet. So ermittelt die Polizei gegen „Uwe“, einen Redner der vergangenen Demonstration vom 24.10.2015 in Wismar, wegen Volksverhetzung. 
Ein Facebook-User schrieb zu dem Vorfall vom vergangenen Abend „außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen… auf das Lichtenhagen 2.0 nicht mehr lang auf sich warten lässt.“ Neben solchen Äußerungen finden sich auch viele Verschwörungstheorien der Facebook-Seiten  „Schwerin wehrt sich“ sowie „Wismar wehrt sich“ über diesen und bereits vergangene Neonazi-Angriffe  wieder.
In den vergangenen Wochen riefen auf Facebook verschiedene Gruppen dazu auf den Einzug der Refugee-Familien in WismarWendorf  zu verhindern. Es wurden Fotos aus dem Innenbereich der im Bau befindlichen Unterkunft gemacht und veröffentlicht. 

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