Mvgida-Aufmarsch durch Grevesmühlen


mvgidaHeute ,den 02.11.2015, marschierten ca. 200 Neonazis „Gegen die verkommene Asylpolitik“ durch Grevesmühlen. Organisiert wurde die Veranstaltung vom NPDdominierten Pegida-Ableger MVgida. Das Bündnis „Grevesmühlen bleibt bunt“ meldete eine Gegenkundgebung am Wasserturm an.

NPD-dominierter Aufmarsch

Wie bei den vergangenen MVgida-Aufmärschen wurden die Organisationstrukturen vorwiegend von NPD-Mitgliedern gestellt – u.a. begleitete der wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung verurteilte NPDLandtagsabgeordnete Stefan Köster als Ordner die Demo. Unter den Teilnehmern befanden sich die NPDler Andreas Theißen, Torgai Klingenbiel, Michael Grewe, David Böttcher sowie Sven Krüger. Auch besuchte dieses Mal der ehemalige NPD-Bundesvorsitzende Udo Pastörs den Aufmarsch und hielt mehrere Reden. Die Themen sind allerdings nicht neu. Wie gewohnt wurde über die aktuell regierenden Politiker gehetzt, deren abdanken gefordert wird, und über die sogenannte gleichgeschaltete Lügenpresse gehetzt. In Rage redend propagierte Pastörs die nationale Revolution.
Obwohl im Vorfeld in Grevesmühlen Flyer verteilt wurden, die den „MVGIDA-Spaziergang“ankündigten, nahmen lediglich 200 Neonazis teil. Die Flyer sollten die Bürger dazu auffordern unter dem Motto „Die Asylpolitik gefährdet den Sozialstaat und die innere Sicherheit“ auf die Straße zu gehen und sich nicht einschüchtern zu lassen. Dafür verantwortlich im Sinne des Presserechts ist der aus Teldau stammende NPDler Michael Grewe. Die von den Veranstaltern erhofften „Wutbürger“ suchte man allerdings vergebens.

Hitlergruß und Volksverhetzung

Laut einer Meldung der Polizeiinspektion Wismar zeigte ein 18-Jähriger im Vorfeld des Aufmarsches einen Hitlergruß. Im weiteren Verlauf des Aufmarsches nahm die Polizei noch 2 weitere Anzeigen wegen des Verdachtes der Volksverhetzung auf. So sollen 2 Teilnehmer während der MVgida-Demonstration „volksverhetzende Äußerungen“ getätigt haben.

Am Wasserturm meldete das Bündnis „Grevesmühlen bleibt bunt“ eine Kundgebung an, an der ca. 20 Gegendemonstranten teilnahmen. Während der Aufmarsch zweimal an den Gegenprotest vorbei marschierte, kam es immer wieder zu versuchten Anfeindungen und Beleidigungen von Seiten der Neonazis. Wohl auch aufgrund des großen Polizeiaufgebotes blieb es allerdings im Großen und Ganzen ruhig.

Für die nächsten Wochenenden und Montage sind bereits weitere Aufmärsche in Mecklenburg-Vorpommern angekündigt.

 

(Dieser Beitrag wurde am 3.November um 10.00Uhr angepasst)

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