„Dachverband Deutschland wehrt sich“ vor dem Stadthaus in Schwerin


TranspiAm Donnerstag, den 18.02.2016, veranstaltete die rechte Facebook-Gruppe „Dachverband Deutschland wehrt sich“ eine Kundgebung vor dem Stadthaus in Schwerin. Bis zu 30 Teilnehmer ließen sich rund eine Stunde von dem Duett Torsten Schramke und David Bühring mit populistischen Stammtischparolen beschallen.

Deutschland wehrt sich erkauft sich Sympathien

Unter dem Motto „Soziale Verantwortung übernehmen“ versammelten sich die Initiatioren von „Dachverband Deutschland wehrt sich mit rund 30 Anhängern ab 16:00 Uhr vor dem Stadthaus in Schwerin. Als Aufhänger benutzte die rechte Facebook-Gruppe die Ereignisse um den Missbrauchs-Skandal rund um den Verein „Power for the Kids“. Abwechselnd verbreiteten in Monologen Schramke und Bühring ihre rechtspopulistischen Stammtischparolen. KundgebungSie berichteten über Gespräche, die sie angeblich mit betroffenen Familien geführt hätten und machten die lokalen Politiker Schwerins für ihr angebliches zu spätes Handeln mit verantwortlich. Immer wieder wurden Verschwörungstheorien über vernichtete Akten und Vertuschungen laut. Auch wurde sich mehrfach darüber beklagt, man würde ihnen nicht zu hören und ihre Sorgen nicht ernst nehmen. 
Erneut war das Interesse weit unter den Erwartungen. Mit einer Teilnehmerzahl von 30 sind sie an einem weiteren Tiefstpunkt angelangt. Öffentliches Gehör finden sie mit ihren Forderungen weder bei den lokalen Politikern noch bei den Bürgern. Mittlerweile schrecken sie nicht einmal mehr davor zurück, Kinder zu benutzen, um ihre rechten Forderungen zu verbreiten.
Mit großen Versprechungen versuchte das Volksretter-Duett Schramke-Bühring weitere Sympathien bei ihrem Publikum zu erlangen. Der Initiator David Bühring kündigte an, sie wollen Familien mit Kindern einen Urlaub in den Ferienparks von „Center Parcs“ ermöglichen. Auch wurde eines der anwesenden Kinder ein BMX- Fahrrad versprochen. Die Masche der „Kümmerer“ in Strukturschwachen Regionen ist dabei nicht neu. Auch rechte Parteien und Organisationen wie die NPD, mit denen die Hauptinitiatoren regelmäßigen Kontakt pflegen, nutzen gerne ähnliche Strategien.

Back to the Roots

BühringHöhepunkt der Veranstaltung stellte ein unfreiwillig öffentliches Telefonat mit dem Büro von Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow dar. Gramkow wurde, wie einige andere bekannte Politiker, zu der Kundgebung des „Dachverbandes Deutschland wehrt sich“ eingeladen. Bei einer der ersten Veranstaltungen von Deutschland wehrt sich vor der als Geflüchteten-Notunterkunft hergerichteten Comeniusschule im Schweriner Stadtteil Lankow, am 11.09.2015, besuchte die Oberbürgermeisterin die besorgten Rassisten, um ihnen Rede und Antwort zu stehen. Die angestrebte Gesprächsrunde ging allerdings in Pöbeleien und Beleidigungen unter. Bei einem erneuten Versuch während der Kundgebung vor dem Stadthaus mit Angelika Gramkow ins Gespräch zu kommen, wurden die Initiatoren enttäuscht. Mit einem über die Lautsprecheranlage gekoppelten Handy wurde das Telefonat mit dem Büro der Oberbürgermeisterin vor Ort übertragen. Dabei wurde von ihren Mitarbeitern auf die schriftliche Absage der Einladung verwiesen, bei der angegeben wurde, dass mit der Organisation keine konstruktive Diskussion zu dem Thema stattfinden könne. Ein „Nein“, was die besorgten Rassisten anscheinend nicht akzeptieren konnten. Fragwürdig ist hierbei allerdings der rechtliche Rahmen, in dem das Telefonat statt gefunden hat. Denn die öffentliche Live-Übertragung über die Lautsprecheranlage der rechten Kundgebung fand ohne Zustimmung der Angerufenen statt.
Am Montag, 22.02.2016, findet der nächste rechte Aufmarsch statt. Der NPD-dominierte PEGIDA-Ableger MVgida will ab 19:00 durch Grevesmühlen marschieren. 

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