Identitären-Trilogie endet in Berlin


Identitäre_Bewegung_Berlin_Transparent_Lambda_17062016Am Freitag, den 17.06.2016, veranstaltete die Identitäre Bewegung (IB) einen Aufmarsch durch das Berliner Regierungsviertel. Begleitet von einem Wanderkessel der Polizei und einer Vielzahl von Pressevertretern verlief der Aufmarsch der neurechten Jugendgruppierung weitesgehend ungestört.

MV-Unterstützung

Unter dem Motto „Aufstand gegen das Unrecht“ marschierten Anhänger der Identitären Bewegung am vergangenen Freitag durch das Berliner Regierungsviertel. Nach Paris und Wien ist der Berliner IB-Aufmarsch der Abschluss einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe. Ohne größere internationale Unterstützung fanden sich lediglich bis zu 150 IB-Anhänger am S-Bahnhof Friedrichsstraße ein. Als Gastredner war das Mitglied der IB-Österreich Martin Sellner eingeladen worden. Gemeinsam mit Daniel Fiß, von der IB Mecklenburg-Vorpommern, und einem Mitglied der Identitären Bewegung Berlin warnte das Rednertrio vor dem angeblichen „großen Austausch“. Wiederholt versuchten sie ihren Anhänger Mut und Anerkennung zu zu sprechen, dass sie sich trauen, offen ihre Gesicht zu zeigen. Sie würden die Sperrspitze, die Avantgarde des patriotischen Wiederstandes sein, die ihre eigene Identität verteidigen müssen.Identitäre_Bewegung_Berlin_Danliel_Fiß__17062016

Mit beteiligt an den Organisationen des IB-Aufmarsches waren Mitglieder der Identitären Bewegung Mecklenburg-Vorpommern. Federführend dabei war der Rostocker Jura- und Politikswissenschaftsstudent Daniel Fiß. Nachdem Fiß sich von seinen alten Kameraden aus der Kameradschaft „Nationale Sozialisten Rostock“ und der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ abgewandt hatte, organisiert er sich mit einigen anderen in der Identitären Bewegung Mecklenburg-Vorpommern (IB MV). Die IB MV veranstaltet regelmäßige Stammtische und öffentliche Flashmob- oder Plakatieraktionen. Wie man erneut in Berlin sehen konnte, ist die IB MV auch über die Bundesländergrenzen hinweg gut mit den anderen neurechten Gruppen vernetzt.

Medienmache

Identitäre_Bewegung_Berlin_Medien_Martin_Sellner_Idis_17062016Gewohnt professionell zeigten sich die Organisatoren mit der Vielzahl an anwesenden Pressevertretern. Bereitwillig gab Martin Sellner mehrere Interviews und achtete penibel auf ein besonders gutes Auftreten. Bei Versprechern oder Störungen durch andere Umwelteinflüsse, wurden die Sätze erneut wiederholt und aufgezeichnet. Wiederholt ermutitgte Sellner auch die anderen Teilnehmer des Aufmarsches die Sonnenbrillen und Kaputzen ab zu setzen und den Fotografen bereitwillig in die Kamera zu grinsen. Ein offenes und friedliches Bild wollen sie abgeben.

Die metapolitischen Strategien der Identitären Bewegung sind auf eine möglichst breite Berichterstattung ihrer Aktionen angewiesen. Sie wollen ihr Lambda-Symbol zur Normalität auf den Straßen werden lassen. Viele einzelne Aktivisten und IB-Gruppen bespielen Facebook-Seiten oder sogenannte Vlogs, in denen sie Videos zu politischen Diskussionen oder vergangene Aktionen veröffentlichen. Da ist es nicht verwunderlich, dass Pressevertreter bei öffentlichen Veranstaltungen herzlich empfangen werden. Bei kritische Berichterstattung über die neurechte Jugendgruppierung, scheuen die Organisatoren allerdings nicht vor Klageverfahren zurück und hetzten in ihren Reden gegen sogenannte Medienverdreher.

Blockade verkürzt die Route um 300 m

Identitäre_Bewegung_Berlin_Gegenproteste_17062016Begleitet wurde der IB-Aufmarsch von Gegenprotest in den Seitenstraßen. Mehrere Einheiten der Berliner Polizei räumten immer wieder die Route vor dem Aufmarsch frei, ließen allerdings Gegenprotest in Sicht- und Hörweite zu. Bis zum Endpunkt am Potsdamer Platz gelangten der Aufmarsch allerdings nicht. Ein Blockade mit rund 250 Teilnehmer versperrten ihnen den Weg, wodurch die Route um rund 300 m verkürzt wurde.

Dennoch werteten die Organisatoren des IB-Aufmarsches den Tag als Erfolg. Zum einen konnten sie nun aufgrund der Blockade, ihre Abschlusskundgebung am Platz des Volksaufstandes 1953 abhalten, dessen Ereignisse am 17.Juni 1953 mehrfach als Aufhänger für ihre Reden dienten. Zum anderen waren sie laut Martin Sellner mehr Teilnehmer, als die Organisatoren erwartet hatten – obwohl einige Anhänger der neurechten Jugendgruppierung, laut Daniel Fiß, aus terminlichen Gründen, aus Unbehagen oder Angst vor Repressionen und Ausgrenzung im privaten Umfeld nicht teilnahmen und Gesicht zeigen wollten.

Für die Zukunft kündigten sie weitere Aktionen an, zu denen dann wohl auch international mobilisiert werden soll.

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