Wismar versucht sich immer noch zu wehren


02102016_wismar_wismar-wehrt-sich-aufmarsch_demo_gesamtMit nicht einmal 40 Teilnehmern riefen die Organisatoren der rechten Splittergruppe „Wismar wehrt sich“ bei ihrem Aufmarsch die „national befreite Zone“ im Wismarer Stadtteil Friedenshof aus. Empfangen wurden die Neonazis von mehr als 100 Gegendemonstranten.

Gerade einmal 38 Teilnehmer interessierten sich für den Aufmarsch, der von der rechten Splittergruppe „Wismar wehrt sich“ organisiert wurde. Unter der Überschrift „National befreite Zone Friedenshof“ riefen die Organisatoren auf ihrer Facebook-Seite zu dem Aufmarsch auf. Sie wollten gegen die angebliche Kriminalität ausgehend von den sogenannten „Invasoren“ in dem mittlerweile zum Teil studentisch geprägtem Viertel demonstrieren. Personell unterstützt wurde der Aufmarsch lediglich von den Kameradschaften „Germanisches Bollwerk Mecklenburg“, „Nationale Sozialisten Schwerin“ und „Division Wismar Berserker Deutschland“ sowie deren enger Freundeskreis. Das erhoffte Interesse von den Anwohnern blieb aus. Nur einige wenige Schaulustige wagten den Blick auf den gröhlenden deutschen Mob. 
Der Aufmarsch von „Wismar wehrt sich“ stellt die erste Aktion seit Auflösung des „Dachverbandes Deutschland wehrt sich“ (DWS) dar, zu der die Wismarer Gruppe zählte. Nachdem der Hauptinitiator David Bühring aufgrund eines inszenierten Terroranschlags verhaftet wurde und seither in U-Haft sitzt und die anderen Köpfe Torsten Schramke sowie Uwe Wilfert sich der NPD zuwandten, erklärte DWS die offizielle Auflösung des Dachverbandes via Facebook. Ein Teil gründete daraufhin die Kameradschaft „Nationale Sozialisten Schwerin“. Die DWS-Ortsgruppe „Wismar wehrt sich“ scheint von der Auflösung nicht betroffen zu sein.
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Empfangen wurden die Neonazis von mehr als 100 Gegendemonstranten. Die Initiative „Wismar für alle“ meldete eine Demonstration an, die zum Zwischenkundgebungsort der Neonazis führte. Ungläubig starrten die extrem Rechten beim Eintreffen auf den Kundgebungsplatz auf die Masse an Personen, die sich mit Trillerpfeifen und Trommeln hinter den blauen „Wismar für alle“- Transparenten tummelten.  Nicht nur die fehlende Unterstützung von anderen bedeutsamen lokalen Neonazi-Strukturen, auch die fehlende technische Unterstützung machte den extrem Rechten zu schaffen. Mit einem Megafon versuchte der Redner vergeblich seine verschwörungstheoretischen, Angst schürenden Thesen den Gesang und Lärm von den Gegendemonstranten zu übertönen. Der krönende Abschluss bildete das Ausrufen der „national befreiten Zone Friedenshof“ mit den 38 umstehenden Kameraden – eine illusorische Wunschvorstellung in Anbetracht der 114 Bürger Wismars, die lautstark den Neonazis vermittelten, dass sie hier unerwünscht seien. Geplättet trotteten die Neonazis weiter ihre Route entlang. Die schlechte Stimmung stand vielen ins Gesicht geschrieben. An ein buntes Freudenfest erinnerte da der Rückweg der „Wismar für alle“-Demonstration, die den Tag als vollen Erfolg feierten.

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